Zépé's Virtuelles Muminforschungszentrum
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Muminforschung: Vorwort

»In einem Kinderbuch sollte immer etwas unerklärt bleiben und ohne Illustration. Man muss dem Kind gestatten, allein weiterzudenken oder weiterzufühlen.«
    – Tove Jansson

Mumin ist eine Figur einer literarischen, nordisch-mythologisch anmutenden Trollwelt. Das erweckt auf den ersten Blick den Anschein von »Fantasy«. Doch auf dem Wege der Selbstwerdung muss Mumin (und alle anderen Figuren dieses Kosmos ebenfalls) allseits bekannten, elementaren Lebenssituationen begegnen. Die finnlandschwedische Dichterin und Malerin Tove Jansson hat in ihren Büchern Weisheit, Phantasie und Sehnsucht mit ihren Zeichnungen zu einem genialen Ganzen verschmolzen. Dass es sich bei den ersten Mumin-Bänden um Kinderbücher handelt, tut der Identifikation des Lesers keinen Abbruch, sondern ist angesichts der kindlichen Hauptfigur nur konsequent; die späteren Bücher sind dann endgültig für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen gedacht und geeignet.

Diese Seiten wollen umfassende Informationen über die Muminwerke Tove Janssons bereitstellen, mit besonderem Schwerpunkt auf den Erscheinungen im deutschen Sprachraum. Dabei wird trotz des eingangs angeführten Zitats nicht darauf verzichtet, die Stimmigkeit der Bücher, auch untereinander, zu überprüfen. Es zeigt sich bei näherer Beschäftigung, dass die einzelnen Werke bei aller Vielfalt der Phantasie erstaunlich konsequent zusammenhängen. Einzelne Probleme dabei sollen erörtert und die zugrunde liegenden Leitmotive herausgearbeitet werden. Weil die späteren »Erwachsenenbücher« Tove Janssons aus dem selben (stets stark autobiografischen) Motiv-Fundus schöpfen, ist auch ihnen hier Aufmerksamkeit gewidmet. Andere Illustrationswerke der Autorin finden aus ähnlichen Gründen Beachtung und die ihnen gebührende Darstellung.

Ich selbst, der Verfasser dieser Seiten, bin mit den Mumin-Comics aufgewachsen und entdeckte erst später auch die Bücher für mich, zuletzt dann die Bilderbücher. Stimmung und Lebenshaltung dieser Literatur sind für mich bis heute und immer mehr ein Ideal, das zu ergründen und dem nachzueifern sich lohnt. Dabei ist auf die inzwischen zahlreichen Nachschöpfungen wie Verfilmungen und dergleichen kein Verlass – vielmehr gilt es zu den Primärquellen selbst zu greifen.

»Die Muminfamilie, die ich zu beschreiben versuche, ist schlichtweg glücklich, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie haben es gemütlich miteinander, und sie gewähren sich gegenseitig volle Freiheit: Freiheit, allein zu sein, die Freiheit auf eigene Art zu denken und zu fühlen und eigene Geheimnisse zu haben, bis zu dem Moment, wo sie bereit sind, sie zu teilen. Keiner verursacht je einem anderen ein schlechtes Gewissen.«
    – Tove Jansson


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