Zépé's Virtuelles Muminforschungszentrum
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[WM] 

sv. Trollvinter (1957)
de. Winter im Mumintal (Übers.: D. Bjelfvenstam 1968; B. Kicherer 2004)
fi. Taikatalvi
en. Moominland Midwinter

Personen:

Mumin, Muminmutter, Radamsa, das Eichhörnchen mit dem hübschen Schwanz, die kleine My, Mymla, Tooticki, Morra, der Ahne, Ynk, eine Filifjonka, Salome, der Wintersport treibende Hemul, Muminvater, Snorkfräulein

Inhalt:

Gegen alle Muminart wacht Mumin im Winterschlaf auf. Niemand anders ist wach zu bekommen, so wandert er allein durch das stille Haus und verlässt es schließlich sogar, um das schneeverwandelte Tal zu erkunden.

Die kleine My wird durch ein zerstreutes Eichhörnchen aus ihrem Winterschlaf geweckt und nimmt ihrerseits den Winter in Besitz, während ihre große Schwester weiterschläft. Auf seiner Wanderung lernt Mumin Tooticki kennen, die zu dieser Jahreszeit im Badehäuschen der Familie am Strand wohnt. Mumin ist verdrießlich und kann den niedrigen Temperaturen, Schnee, Eis und Dunkelheit wenig abgewinnen. Das beginnt sich erst ein wenig zu ändern, als er die kleine My trifft und sieht, wie viel Spaß sie hat.

Vor dem Moment der allergrößten Kälte, personifiziert durch die Eisfrau, versteckt man sich im Badehaus; leider bringt das Eichhörnchen sich nicht in Sicherheit und erfriert. Zur Feier des ersten Wiederauftauchens der Sonne schichten alle winterwachen Gestalten des Tales ein großes Feuer auf, und tatsächlich blickt sie am nächsten Tag kurz über dem Horizont – Mumin ist hocherfreut, über die Kürze aber enttäuscht. Kurz darauf begegnet Mumin im Badehaus dem Ahnen; dem Schreck folgt Faszination, und der Ahne wohnt fortan im Muminhaus.

Zunehmend kommen Flüchtlinge aus anderen Tälern, wo es nichts mehr zu essen gibt, ins Mumintal. Mumin spendet Vorräte aus dem Keller und lässt viele Leute im Haus schlafen. Mit dabei ist auch der kleine Hund Ynk, der sich nach den Wölfen sehnt. Später erscheint ein großer Hemul und versucht, seine Umgebung mit seiner Wintersport-Begeisterung anzustecken, bis alle von ihm genervt sind – außer der winzigen Salome, die ihn verehrt, jedoch nicht von ihm beachtet wird. In einem Komplott übernimmt Mumin es, den Hemul mit falschen Versprechungen wegzuschicken, bringt es aber im letzten Moment dann doch nicht übers Herz. Die kleine Salome bekommt den Abbruch der Intrige aber nicht mit und läuft in den Schnee hinaus. Zum Glück kann der Hemul sie schließlich finden. Der Hund Ynk macht sich indessen auf, um endlich den Wölfen zu begegnen, die er so bewundert; aber als er sie tatsächlich trifft, ist sein Entsetzen groß. Auch er wird vom Hemul gerettet, der zufällig vorbeikommt, weil er nun weiterzieht. Ynk folgt ihm.

Langsam geht der Winter zu Ende, die Gäste im Haus zerstreuen sich nach und nach. Das Eis auf dem Meer schmilzt, und schließlich wacht die Familie auf und beginnt, sich für den Frühling einzurichten.

Entwicklungsgeschichte:

Dieses Buch erschien 1957 und wurde später nicht noch mal bearbeitet. Die Voraussetzungen hatten sich im Vergleich zu den vorangegangenen Mumin-Büchern im selben Maße gewandelt wie das Verhältnis der Autorin zu ihrer bekanntesten Figur: sie litt inzwischen unter dem Arbeitsdruck an den Mumin-Comics sowie dem geschäftlich-organisatorischen Aufwand dabei, außerdem sehnte sie sich sehr danach, mehr Zeit zum Malen zu haben. Die schwarzweiße Winterwelt des Buches spiegelt das Verlangen der Verfasserin nach Farben wider. Andererseits war dieses das Buch, das gleich zu Anfang in sehr großer Auflage herauskam und nach dessen Erscheinen zahlreiche Preise von z. T. höchsten und internationalen Ehren an Tove Jansson verliehen wurden, was sie aufrichtig freute. Und nicht zuletzt betritt mit Tooticki eine literarische Variante der zwei Jahre zuvor kennengelernten neuen Gefährtin Tuulikki Pietilä die Bühne.

Deutschsprachige Erscheinungsgeschichte:

Das Buch wurde 1968, also 11 Jahre nach seiner schwedischsprachigen Ersterscheinung, in der Übersetzung von Dorothea Bjelfvenstam erstmals herausgegeben. Auch hier ist also wieder die deutsche Erscheinungsgschichte durcheinander, denn das im Original später entstandene GM war bereits 1966 auf deutsch erschienen. 2004 wurde das Buch von Birgitta Kicherer neu übersetzt.


Benziger, 1968
(Ü.: Bjelfvenstam)

Benziger bei Arena, 1990er

Oetinger, 1999

Arena-Taschenbuch, 2004
(Ü.: Kicherer)

Arena-Hardcover, 2006

Bemerkungen:

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