Zépé's Virtuelles Muminforschungszentrum
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[DG] 

sv. Trollkarlens hatt (1948, rev. 1968)
de. [Die Mumins.] Eine drollige Gesellschaft (Übers.: K.+V. Bandler 1954, rev. 1961; B. Kicherer 2001)
fi. Taikurin hattu
en. Finn Family Moomintroll

Personen:

Mumin, Muminmutter, Schnüferl, Schnupferich, Muminvater, Snork, Snorkfräulein, der Hemul, Ameisenlöwe, Bisam, Hatifnatten, Tofslan und Vifslan, Morra, Zauberer

Inhalt:

Die erweiterte Muminfamilie begibt sich in den Winterschlaf. Hundert Tage später ist der Frühling da, und man beginnt, die Umgebung zu erkunden. Auf einem Berg findet Schnüferl einen großen Zylinder. Da dieser allen zu groß ist, benutzt man ihn als Papierkorb. Leider erkennt die Familie nicht, dass der Hut an der Zauberei schuld ist, die nun anfängt: In ihn geworfene Eierschalen verwandeln sich in Wolken, auf denen sich durch die Luft reiten lässt, und der Zauberer, rechtmäßiger Besitzer des Hutes, taucht in den Träumen verschiedener Leute auf. Der Hemul ist derweil verzweifelt darüber, dass seine Briefmarkensammlung komplett ist – doch bald beschließt er, Botaniker zu werden.

Im Sommer verwandelt der noch immer verkannte Hut Mumin in ein Scheusal, als er sich beim Versteckspielen darunter verbirgt. Erst die offenbar ebenfalls magische Macht der Mutterliebe kann ihn erlösen. Nun fällt endlich doch ein Verdacht auf den Hut. Zu Testzwecken wird der Ameisenlöwe gefangen und in den Zylinder gesteckt – er verwandelt sich in einen nassen Igel. Daraufhin wird der Hut in den Fluss geworfen. Doch Mumin und Schnupferich bergen ihn nachts und verstecken ihn in der Höhle am Strand. Unglücklicherweise geht am nächsten Tag der Bisam in die Höhle, weil es ihm im Muminhaus zu unruhig ist, und er legt sein Gebiss in den Zylinder...

Die Familie macht einen Ausflug zu einer Insel nahe im Meer. Allerdings treffen sich hier auch die Hatifnatten. Die Koexistenz wird unfriedlich, als der Hemul aus Unwissenheit ihr Barometer an sich nimmt, um das sie sich üblicherweise scharen. Sie überfallen nachts das Familienzelt und holen ihr Eigentum zurück. Später gibt es einen großen Sturm. Am folgenden Tag stromern alle über die Insel, um Angeschwemmtes zu erbeuten. Danach geht es heim ins Mumintal.

In der Sommerhitze ziehen die jüngeren Familienmitglieder in die Strandhöhle. Abends erzählen sie sich Geschichten. Alle gruseln sich vor Schnupferichs Erzählung vom Zauberer, der auf einem Panther durch die Luft reitet, immer auf der Suche nach dem von ihm begehrten Königsrubin. Am nächsten Tag fangen sie einen überaus großen Fisch im Meer, den Mameluk. Inzwischen wächst das Muminhaus und seine Umgebung zu einem wuchernden Dschungel zu, denn die Muminmutter hatte aus Versehen beim Aufräumen einige Pflanzenreste des Hemuls in den Hut gelegt! Als die anderen den Mameluk ins Tal schleppen, finden sie kaum das Haus. Dann aber ist es ein großer Spaß für alle, bis der Zauber bei Sonnenuntergang zu Ende ist.

Später im Sommer kommen zwei kleine Trolle namens Tofslan und Vifslan zum Haus. Sie sprechen »ausländisch« und tun sehr geheimnisvoll mit einem Koffer, den sie dabeihaben. Bald stellt sich heraus, dass sie von der Morra verfolgt werden, denn eines Nachts steht sie vor der Tür. Eine vom Snork geführte Untersuchung ergibt, dass ihr Koffer etwas enthält, was offenbar der Morra gehört. Aber als sie wieder erscheint, ist sie bereit, den unbekannten Kofferinhalt gegen den Zauberhut zu tauschen und zieht ab.

Am Ende des Sommers macht sich Schnupferichs Fernweh bemerkbar, und eines Nachts zieht er tatsächlich davon. Um den sehr traurigen Mumin zu trösten, zeigen Tofslan und Vifslan ihm den Kofferinhalt: einen riesigen, glühenden Edelstein. Kurz darauf ist die Handtasche der Muminmutter verschwunden, und als sie wiedergefunden ist, findet aus diesem Anlass ein großes Fest statt. Um auch etwas Würdiges beizutragen, enthüllen Tofslan und Vifslan ihren Stein der ganzen Gesellschaft. Das Leuchten nimmt allerdings auch der Zauberer wahr, der gerade auf dem Mond sitzt; er erkennt den lange gesuchten Königsrubin und reitet sofort auf seinem Panther los. In Gestalt einer Maus mischt er sich unter die Festgesellschaft, verwandelt sich aber bald zu voller Größe – doch gelingt es ihm nicht, Tofslan und Vifslan den Stein abzuhandeln. Da beginnt er für alle Talbewohner zu zaubern und erweist sich als sehr freundlich; zaubern kann er alles, nur nicht für sich selbst. Da wünschen sich Tofslan und Vifslan eine Kopie des Steines, die sie ihm schenken.

Entwicklungsgeschichte:

Wiederum begann Tove Jansson mit der Erzählung, bevor das vorige Buch überhaupt in Druck gegangen war. Das Verlagshaus Söderström wollte ein drittes Mumin-Buch aber nicht ins Programm aufnehmen, als sich abzeichnete, dass sich das Kometenbuch [KM] schlecht verkaufte. Tove Jansson schaffte es aber, stattdessen den Schildts Verlag zu überzeugen, welcher das Buch 1948 herausbrachte. Zwei Kapitel des Manuskripts fielen allerdings aus Kürzungsgründen weg; so fand z. B. leider nie eine Großputz-Szene mit die Treppe herunterfallendem Klavier den Weg in die Öffentlichkeit.

Im Gegensatz zu [KM] erfuhr dieses Buch in der ersten Revisionswelle der 1950er-Jahre kaum Änderungen und erschien 1956 mit lediglich einigen wenigen, das Ganze nicht weiter berührenden Neuformulierungen erneut.

Auch die Endfassung 1968 brachte (außer dass der Zauberer einmal leibhaftig über den Himmel reitet, statt nur in den Erzählungen des Schnupferichs vorzukommen) keine großen Bearbeitungen. Lediglich die Formulierungen des Textes wurden mit dem Ziel einer Präzisierung und Verknappung einmal generell durchgesehen, mit höchstens ein bis zwei kleinen Änderungen pro Seite.

Deutschsprachige Erscheinungsgeschichte:

Es handelt sich hier um das erste Muminbuch überhaupt, das ins Deutsche übersetzt wurde – zweimal sogar von Kurt und Vivica Bandler (1954 und einige Jahre später erneut). Beim ersten Anlauf geriet die Übertragung, vor allem durch Einwirkung des schweizerischen Verlages, der überwiegend katholische Bücher herausgab, sehr verkindlichend, ausschmückend und in vielen Details vom Original abweichend; beim zweiten Anlauf konnten die Bandlers sich dann besser durchsetzen und näher an die Vorlage herankommen. 2001 wurde das Buch von Birgitta Kicherer neu übersetzt.


Benziger, 1954ff
(Ü.: Bandler)

Ravensburger, 1968

Benziger bei Arena, 1990

Arena-Taschenbuch, 2001
(Ü.: Kicherer)

Bemerkungen:

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