Zépé's Virtuelles Muminforschungszentrum
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Muministischer Rundbrief November 2003

Date: Sun, 16 Nov 2003 10:19:26 +0100

Liebe Muminfreunde im Netz,

einige von Euch gibt es gar nicht mehr :-( Will sagen, ein paar E-Mail-Adressen auf der Liste sind inzwischen ungültig geworden, aber durch Neuzugänge sind wir weiterhin knapp 70. Wie immer: Abbestellen dieses Rundbriefs auf Zuruf, noch lieber allerdings nehme ich Adressen potenzieller Neuleser entgegen ;-)

Heute gibt es eine Rezension und einen Jagdbericht.

Hörbuch »Komet im Mumintal«

Nachdem der »Hörverlag« den Reigen der Muminbücher mit der »Langen Reise« eröffnet hatte (meine Rezension war im April-Rundbrief), wurde nun bereits mit dem »Komet« (KM) der zweite Band nachgelegt. Wieder liest die bekannte Schauspielerin Barbara Auer.

Ebenfalls wieder musste ich mich erst daran gewöhnen, mir eine lange (dreieinviertel Stunden) Geschichte vortragen zu lassen, anstatt sie selbst zu lesen. Eigentlich war das Vortragen und Anhören von Geschichten in früheren Zeiten etwas ganz Normales; was der CD fehlt, ist natürlich die Möglichkeit zur Interaktion mit der vortragenden Person, außer sie nach eigenem Gutdünken pausieren zu lassen.

Barabara Auer liest in einem angemessenen Tempo. Die verschiedenen Personen gestaltet sie durch mehr oder weniger starkes Verstellen der Stimme. So sind das Schnüferl quietschig, der Schnupferich nasal und die mürrischen Charaktere (Bisam, Hemule) knurrend bis knarzend, während die Muminfamilie und das Snorkfräulein mit Facetten und Tonlagen der Normalstimme charakterisiert werden. Barbara Auer scheut sich weder, rufende und schreiende Töne in entsprechende Sprechmelodien zu fassen, noch Nebengeräusche wie Seufzer oder Atmen hinzuzufügen, was den Abwechlungsreichtum ihres Vortrags weiter steigert. Die drei im Text vorkommenden Lieder singt sie tatsächlich, wobei nirgends gesagt wird, woher die Melodien stammen. Langeweile kommt niemals auf.

Insgesamt indes ist für meinen Geschmack die Bestimmung dieses Hörbuchs zu eindeutig kindlich. Bei den frühen Muminbüchern mag das angehen, aber spätestens ab dem »Winter«-Buch müsste sich das ändern. Es kommen ganze Passagen vor, in denen ich jeden einzelnen Satz anders betonen und akzentuieren würde, um es etwas »erwachsener« zu machen. Dies so deutlich zu bemerken, hat mir vor Augen geführt, wie viel man von sich selbst noch in den Rezeptionsprozess mit einbringt, wie sehr ein Buch doch durch die eigene Persönlichkeit noch mitgestaltet wird, bevor es bei einem selbst ankommt.

Das Hörbuch kommt auf 3 CDs, die in eine Doppel- und eine Einzel-CD aufgeteilt wurden, so dass es zu den etwas kruden Nummerierungen »Teil 1/2, CD 1 – Teil 1/2, CD 2 – Teil 2/2, CD 3« kommt. Ferner haben die beiden CD-Hüllen unterschiedliche Booklets und Rückseiten, über die alle Informationen einigermaßen willkürlich verteilt sind. Das ganze steckt zusammen mit einer kleinen Verlagsinfo in einem Schuber. Drei Slimcase-CDs mit einem einzigen Beiheft wären sicherlich übersichtlicher und darüber hinaus auch noch schmaler gewesen.

Die CDs enthalten keine auf dem Computer nutzbaren Extradaten, allerdings auch keinen sog. Abspielschutz. Die allgemeine Gestaltung sagt mir zu: der Farbcode der Arena-Bücher wird wiederum übernommen, daher basiert die Verpackung auf rot. Eine schöne Reproduktion von Tove Janssons originalem Entwurf schmückt das Titelblatt.

ISBN: 3-89940-217-0, auch als MC erhältlich.

Auf der Jagd nach einem »neuen« Mumin-Comic

Es begann wie eine klassische eBay-Story. In meiner turnusmäßigen Suche nach Mumin-Material traf ich auf die Beschreibung einiger Exemplare der alten Jugendzeitschrift »Rasselbande«, die in den 50er- und 60er-Jahren erschien, und mir deshalb als »vor meiner Zeit« noch gar nicht bekannt war. Der Anbieter behauptete, in seinen Heften sei die Comic-Episode »Mumin und der goldene Schwanz« (C18) enthalten, die mir in meinem ganzen Sammlerleben noch nicht in einer älteren als der Bastei-Ausgabe auf deutsch untergekommen war. Also: Neuland!

Bei der Auktion wurde ich überboten, setzte mich aber hinterher mit der Gewinnerin in Verbindung, und sie erläuterte mir sehr hilfsbereit, was in dem Heft zu sehen war. Solchermaßen präpariert, rechnete ich aus, auf welche »Rasselbande«-Ausgaben die Epsiode sich verteilen würde und begann, die mir bekannten Comicsammlerläden und Antiquariate nach den Heften abzuklappern. Nun habe ich schon 16 von 20 ergattert und erfreue mich an der deutschen Erstübersetzung (BULL's) dieser Episode. Wenn ich fertig bin, werde ich gerne darüber nachdenken, die Internet-Präsenz extern http://www.fygar.de/ unseres Mitmuministen Christof mal wieder um einen neuen Online-Comic zu ergänzen, dann haben wir alle was davon :-)

Neues Muminbuch lässt auf sich warten

Weiterhin unerschienen bleibt »Mumin, wie geht's weiter«. Inzwischen habe ich den Verdacht, dass die Verlage sich im Hintergrund bekriegen, wer es denn nun herausbringen darf und wer nicht. Und die Mumin-Gemeinde darf es ausbaden...

Muminforschungs-Webseite

Auf http://www.zepe.de/mumin/ hat sich nicht viel getan im vergangenen Monat. Ich bekam einige Anregungen auf meinen Aufruf im letzten Rundbrief und denke darüber nach, wie alles noch etwas übersichtlicher werden kann. Die Metapher einer virtuellen Raumflucht scheint mir zur Zeit aber immer noch am tauglichsten für ein Gebiet, wo sich alle Nase lang neue Horizonte auftun können und dann schnell ein neues Element eingefügt werden muss. Ich freue mich über jeden weiteren Erfahrungsbericht.

Andere Länder, andere Adaptionen

Zum Schluss noch ein Schmankerl: eine weißrussische Mitarbeiterin von mir gab mir das angehängte Bild. Anscheinend existiert(e) eine russische Adaption des Mumin-Stoffs... weiß jemand mehr darüber?

Damit grüßt
bis zum nächsten Mal

Christian oder auch Zépé

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